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Grußwort Weihnachten 2022

Liebe KollegInnen und Kollegen,

für meinen Vater musste es am ersten Weihnachtsfeiertag immer Truthahn geben!

Ich sehe ihn noch, wie er - schon etliche Zeit in Rente - an der Stirnseite des festlich geschmückten  Tisches  sitzt und den großen „Vogel“ geschickt teilt, sodass jeder aus der Familie, ob groß oder klein, sein Wunschstück bekam. Flügel zum Beknabbern für die Enkel,  für die Frauen ein zartes Bruststück und fleischige, kräftige Schenkel für die Söhne.

Vaters Freude, seine Gäste großzügig bewirten zu können, war förmlich spürbar und wirkte noch viele Tage in uns allen nach!

Diese kleine Momentaufnahme aus meinem Leben erzähle ich immer wieder gerne, dieses Jahr allerdings in dem Bewusstsein, dass es vielen, besonders älteren Mitmenschen nicht möglich sein wird, Weihnachten so festlich zu feiern.

Ganz zu schweigen von der Herausforderung für Alleinerziehende und kinderreiche, einkommensschwache Familien.

Die Dreifachkrise aus Ukrainekrieg, dramatischem Anstieg der Energiekosten und Explosion der Lebensmittelpreise schlägt sich auch auf die Lebensgestaltung der Senior:innen nieder. Nicht selten müssen fast alle sozialen Kontakte heruntergefahren werden, weil für Einladungen an Freunde und Familie einfach kein Geld vorhanden ist.

Diese Diskrepanz zwischen „Weihnachten früher und heute“ hat mich sehr betroffen gemacht.

Der Ärztliche Kreisverband Würzburg hat deshalb eine Fragebogenaktion unter den kirchlichen, sozialen und caritativen Einrichtungen Würzburgs durchgeführt, deren Ergebnis auf Seite 3 veröffentlicht ist.

Weitere Informationen für Sie und Ihre Patient:innen, unter anderem auch mein Gespräch mit der Sozialreferentin der Stadt Würzburg, Frau Dr. Hülya Düber und dem Nothilfefonds für vulnerable ältere Menschen, können Sie dort ebenfalls nachlesen.

„Weihnachten früher und heute“ - da werden  Erinnerungen wach an den  Schriftsteller Hans Fallada, der in seinen schönsten Erzählungen den stillen Glanz und das bunte Glück der - oftmals auch krisenbehafteten - Vorkriegs- und Nachkriegsjahre des letzten Jahrhunderts aufleben lässt. Weihnachten ist in seinen Geschichten ein magisches, duftendes, freundliches Fest, eines zu dem Kinder und Lachen und Geheimnisse dazugehören, auch wenn die Umstände, unter denen es begangen wird, gar nicht freundlich sind.

Wunderbare, Mut machende und Besinnlichkeit  schenkende Kurzgeschichten, die es wert sind, aus der literarischen Versenkung hervorgeholt zu werden.

Zitat aus Falladas „Der gestohlene Weihnachtsbaum“: Ein wesentlicher Unterschied zwischen Kindern und Erwachsenen ist der, dass die Großen ungefähr wissen, was sie vom Leben zu erwarten haben, die Kinder aber erhoffen das Unmögliche. Und manchmal behalten sie damit sogar recht.

Sehr liebevoll und atmosphärisch dicht geschrieben sind auch die Geschichten über „Familienbräuche“, „Lüttenweihnachten“ oder „Fünfzig Mark und ein fröhliches Weihnachtsfest“.

In Falladas Erzählungen wandeln sich oftmals Probleme, zumindest für ein paar Stunden zum Guten und damit auch zu einer Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Mit diesem Hoffnungsgedanken wünsche ich Ihnen besinnliche Weihnachten, einen geglücktes und gesunden Jahreswechsel und eines gutes Jahr 2023!

 

Ihr Christian Potrawa