

Ärztlicher
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Prinzip Hoffnung
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
vielleicht kommt Ihnen das bekannt vor:
Spätestens im November eines jeden Jahres nehme ich mir vor, die Adventszeit in einer gewissen ruhigen Besinnlichkeit zu verbringen, die Abende bei Kerzenschein mit der Familie zu genießen, über den prächtigen Würzburger Weihnachtsmarkt zu schlendern und die übliche Alltagshektik durch Muße und Innehalten zu ersetzen.
Diese Hoffnung speist sich aus Erinnerungen an schneereiche Tage, Hausmusik, Vorleseabende mit den Kindern und Bastelarbeiten an Krippe und Weihnachtsschmuck. Eine gewisse Sentimentalität an die „gute, alte Zeit“.
Die Realität war zugegebenermaßen etwas anders.
Spätestens zwischen Weihnachten und Neujahr saß ich mit meinem Schwiegervater, mit dem zusammen ich eine Hausarztpraxis geführt habe, an der Kassen- und Privatabrechnung für das 4. Quartal. In einer vordigitalen“ Epoche ein sehr zeitaufwendiges Unterfangen.
Die Realität forderte ebenso ihren Tribut, als ich über die Weihnachtstage in der Missio, meinem ersten Arbeitgeber, zum Dienst eingeteilt war und meine Frau zeitgleich, am 1.Weihnachtsfeiertag, unsere Zwillingstöchter entbunden hat.
Die „gute, alte Zeit“ zeichnete sich allerdings dadurch aus, dass die geopolitischen Koordinaten unverrückbar erschienen. Amerika, der große Bruder, die unverbrüchliche Freundschaft zu den USA, Russland der Gegenspieler und China, die sog „gelbe Gefahr“ aus einem isolierten Unterdrückungsstaat.
Spätestens seit den Nachrichten der letzten Tage - Stichwort: Sicherheitsstrategie Trumps - wissen wir um die Verletzbarkeit Europas, um die Fragilität unserer abendländischen Kultur.
Fragil ist auch die Zukunft der Missio-Geburtsklinik, um deren Fortbestand Stadt und Landkreis Würzburg gemeinsam mit dem Landkreis Main-Spessart ringen. Unter der Moderation von Gesundheitsministerin Gerlach bemühen sich die finanzgeplagten politischen Entscheidungsträger um eine Lösung - wir können ihnen nur von ganzem Herzen eine baldige Entscheidung zugunsten der vielen tausend Patientinnen wünschen.
„Die Hoffnung stirbt zuletzt“ - ein häufig zitiertes Sprichwort, das auch in schwierigen Zeiten Mut schenken soll.
So sehr die „stade Zeit“ auch wünschenswert wäre, Umbrüche gehören seit jeher zur Entwicklung der menschlichen Gesellschaft. Nicht alles, was uns aktuell ängstigt, muss zwingend ein böses Ende haben.
Der mythologische Phönix, der aus seiner eigenen Glut wiederaufersteht, ist ein Symbol für Transformation und Neuanfang. Lassen wir doch dieses Bild in uns wirken und die bevorstehenden Feiertage nutzen, um neue Kraft zu tanken und uns den Herausforderungen des neuen Jahres zu stellen.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine friedliche, hoffnungsfrohe und inspirierende Weihnachtszeit im Kreise Ihrer Lieben und ein gutes Jahr 2026.
Ihr Christian Potrawa