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Grußwort Sommer 2020

 

 

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Als ich vor einigen Monaten das Frühjahrs-Grußwort schrieb - aus redaktionellen Gründen musste dies bereits 6 Wochen vor dem eigentlichen Erscheinungstermin erfolgen - ahnte ich nicht, dass kurze Zeit später das Corona-Virus und die sich daraus entwickelnde Pandemie unsere Welt gehörig auf den Kopf stellen sollte.

Auch der Ärztliche Kreisverband Würzburg mit seinen mehr als 3000 Mitgliedern war in dieser Situation gefordert und intensiv eingebunden.

Binnen kürzester Zeit gelang es mir, mit Ihrer Unterstützung, mehr als 50 Ruhestandsärzte zu gewinnen, die sich mit Rat und Tat - im Rahmen ihrer individuellen Möglichkeiten - zur Mithilfe in Klinik und Gesundheitsamt bereit erklärten.

Dass das Gesundheitsamt Würzburg - trotz überforderter  „weinender Ärztinnen auf den Fluren“ ( Artikel in der MainPost) - vorerst  keinen Bedarf der Unterstützung sah, steht auf einem anderen Blatt......

Parallel hierzu fanden sog. Behördenübergreifende Treffen im Würzburger Rathaus und Landratsamt, sowie später virtuell als Videokonferenzen, statt. Hier konnte ich als Vertreter der Würzburger Ärzteschaft meine Erfahrung und mein Netzwerk einbringen.

Binnen weniger Tage konnte ich 10.000 Schutzmasken für die Rettungsdienste in Würzburg organisieren und dies zu einem Zeitpunkt, als enorme Lieferengpässe bestanden haben.

Häufig wird in Kommentaren erwähnt, dass die Corona-Krise auch Chancen bieten könnte.

Bedauerlicherweise muss ich jedoch in meiner Funktion als Vorsitzender betonen, dass die  Corona-Krise auch erhebliche Schwächen im System der Verwaltungen und der Politik offenbart hat.

Als es beispielsweise um den Einsatz eines sog. Versorgungsarztes ging, der u.a.  die Einteilung sog. Heimärzte zu bewerkstelligen hatte, wurde der Ärztliche Kreisverband Würzburg nicht in die Entscheidungsfindung einbezogen.

Dies war ein in Bayern - neben einer Kleinstadt in Mittelfranken - einzigartiger Vorgang!

Und prompt gab es erhebliche „Reibungsverluste“. Die Einteilung der Heimärzte musste revidiert werden, einige Kollegen wandten sich an die örtliche und überörtliche Presse, weil die befehlsartigen Anordnungen der Stadt Würzburg, die den „Einberufungsschreiben der Bundeswehr“ ähnelten, auf Unverständnis und Kopfschütteln stießen.

Würzburg ist eine Universitätsstadt, in der in der Vergangenheit  ein konstruktives Miteinander und ein inspirierender Gedanken- und Erfahrungsaustausch zwischen Wissenschaft und  Politik stattfinden konnte. Corona hat diesen Konsens ausgehebelt  und die Spitzen der Verwaltung zu panikartigem Verhalten und eilfertigen Entscheidungen verleitet.

Selbst Dr. Gerald Quitterer, Präsident der Landesärztekammer Bayern, sah sich angesichts dieser Vorgehensweise aufgefordert, das Gesundheitsministerium zu informieren und bei der Stadt Würzburg seinen deutlichen Unmut zu äußern!

Ich habe die Entwicklungen der vergangenen Monate mit großem Bedauern verfolgt, weil sich das fragile Wechselspiel von Krisen und Demokratie offenbart hat. Je unvorbereiteter unsere politischen Entscheidungsträger für eine Krise sind, desto restriktiver sind ihre Reaktionen und Entscheidungen.

Ich schreibe diese Zeilen Mitte Mai, allmählich greifen die Lockerungen und das sonnige Wetter tut ein Übriges, damit sich die unterfränkische Lebensart und die Würzburger Lebensfreude wieder entfalten können!

Lassen Sie uns also hoffen, dass sich diese positive Entwicklung fortsetzen möge und wir alle erholsame Ferientage in der näheren Region verleben können.

Vielleicht kann ich Ihnen  dann in der Herbstausgabe unseres Mitteilungsblattes mal wieder von oberbayerischen Seen, grünen Almwiesen, blauweißem Himmel und „Goass-Geschau“ (meditativem Biergarten-Sinnieren) berichten.

 

Bleiben Sie gesund!

 

Ihr Christian Potrawa